Hallo Ihr Lieben,
Andorra liegt hinter mir und ich bin im Pyrenäenvorland, in St-Gaudens. Witzig, auch genau diesem Camping war ich im letzten Jahr auch schon.
Andorra war sauanstrengend, aber auch ein echtes Erlebnis. Ich kann wirklich nur noch mal jedem sagen, dass es abseits des Konsumterrors ein echtes Naturparadies ist. Dass man dort billig tanken und einkaufen kann, das kann man als nette Nebenerscheinung sehen.
Gestern bin ich sehr früh aufgebrochen um nach Arcalis hochzufahren. Für uns deutsche Radsportfans ein legendärer Ort. Jan Ullrich hat hier 1997 den Grundstein für seinen Gesamtsieg gelegt.
Am Berg war es schon voll und er war auch schon früh abgesperrt. Um mich erstmal zu orientieren bin ich zweimal den Berg hoch und wieder runter gefahren. Das fanden einige Leute, die dort saßen so klasse, dass sie mir dann immer zugewunken haben. Kurzerhand hab ich den Wagen auf dem Presseparkplatz geparkt. Der war dieses Mal 4,5 Kilometer vor dem Ziel und ein kleiner Shuttlebus brachte die emsigen Journalisten zum Ziel. Ich bin also zu Fuß den Berg hoch. Er wimmelte ja nur so von Geschichten. Die ersten, die mich wiedererkannten waren vier Jungs. Die hatten eine 2 Liter Flasche Ricard vor sich stehen. Es war morgens um kurz nach neun…Kaffee hatten sie nicht.. Den hätte ich genommen.
So ging es dann den ganzen Tag. Eine zeitlang stand ich mit Hennes Roth zusammen, der auf seinem Platz ausharrte. Über ihn hatte ich im letzten Jahr ja ein Porträt gemacht. Als die Fahrer kamen, da konnte ich schon sehen, wie sie aus dem Tunnel kamen. Das war schon irre. So mittendrin war ich bislang glaube ich noch nicht gewesen. Das war ein toller Platz inmitten der ganzen Basken…
Die Rückfahrt war dann der Horror. Es ist immer alles total super organisiert, aber es dauert dennoch. Mein Campingplatz war eigentlich knapp 15 Kilometer entfernt von da, wo ich mein Auto geparkt hatte…Gefahren bin ich gestern Abend gut 50 Kilometer im 10er Tempo…
Ich war fertig, als ich zurück war. Nur noch schlafen.
Heute morgen wieder früh hoch, und ab. Noch schnell getankt (80 Cent der Liter!!) und weiter ging es. In Andorra-Stadt war schon alles abgesperrt. Teilweise machten sich die Teamfahrzeuge auch schon auf den Weg ins Ziel… Ich bin die ganze Zeit hinter dem Ersatzbus von Liquigas hinterher getuckert.
An der Grenze dann der Hammer. Rausgewunken. Und was war? 1, 5 Stunden lang haben sie meinen Wagen gefilzt die französischen Gendarmen. Wann ich mein Rad gekauft habe. Ob mein Computer neu ist. Von wo hab ich mein Handy…
Das war reine Schikane. In praller Hitze. Ich bin irgendwie nicht vom Glück gesegnet. Kann mir mal jemand was schicken?
Nachmittags bin ich dann hier in St-Gaudens angekommen. Startziel morgen. Gut 50 Kilometer durfte ich heute auf abgesperrter Strecke fahren, das ist ja immer besonders cool. Alle 250 Meter steht im Nirgendwo ein Polizist und macht ein gelangweiltes Gesicht und manchmal sitzen schon Leute an der Strecke, die sich freuen, dass endlich was passiert und die winken dann wie wild.
Morgen geht es also zum Start. Dann schnurstracks nach Limoges, das sind gut 500Kilometer. Die Fahrer werden geflogen….Montag ist ja der erste Ruhetag der Tour.
Heute hab ich übrigens nichts mitbekommen…Musste erst meine Campingnachbarn fragen, wer den Etappensieger geworden ist…
So. das war es erstmal. Oben sehr ihr ein paar Bilder und Eindrücke.
Bis bald!
Liebe Grüße
Bürte