Hallo Ihr Lieben,
nun also Colmar!
Sorry, dass ihr die letzten Tage nichts gehört habt. Ich war viel unterwegs, und erst meistens spät irgendwo auf nem Campingplatz.
Gestern sollte meine Bildergeschichte im Blog sein. Wie ich jedoch hörte, ist dies wieder einmal nicht so gewesen. Das macht mich schon ein wenig böse…
Aber genug. Ist witzig, nun in Colmar zu sein. Kann also nach drüben winken! Die beiden letzten Tage waren ein echtes Erlebnis. St-Fargeau war der kleinste Etappenort und das hat man auch eindeutig gemerkt. Aber da ist die Tour de France dann wirklich Original. Kinder haben schulfrei und gehen gemeinsam zur Tour und auch alle Läden haben zu. Da ist der Zielstrich direkt vor einem Wohnhaus aufgebaut und die Einwohner machen eine Riesefete. Immerhin haben sie die besten Plätze!!
Und immer wieder der Kontakt zu den Menschen. Die freuen sich einfach, wenn ein offiziellen Auto fast im Vorgarten parkt, oder wenn man nach der Tour wegfährt, dann wird gewunken. Vorgestern war ich zwischen dem Cervelo und dem Quick Step Bus. 45 Kilometer bis nach Auxerre standen die Menschen am Straßenrand und haben den Bussen und dem Tourtross zugewunken. Das ist wirklich unglaublich!
Ob die Fahrer das auch wahrnehmen? Muss ich Sebastian Lang mal fragen. Ihn treffe ich am Montag in Martigny wieder. Wir vergleichen unsere Räder. Ich hab das günstigste Canyon, er das teuerste. Die Frage hinter allem „Kann ich mit meinem Rad die Tour de France fahren“…
Gerade dampft die zweite Tasse Pulverkaffee neben mir…Ich freu mich tierisch auf richtig leckeren Kaffee wenn ich wieder zurück bin…
Gestern in Tonnerre beim Start war es auch sehr schön. War im Village und habe mir mein Frühstück zusammengeschnorrt. Nein, im Ernst. Ins Village dürfen nur akkreditierte Leute, Teammitglieder oder VIPS. Da stehen dann noch mal alle Sponsoren und präsentieren sich. Meistens auch die Region, oder der Ort. Gestern war es das Chablis, wo guter und leckerer Weißwein herkommt. Da pulkt sich das dann immer. Aber morgens um zehn schon Wein? Ich weiß nicht…
Dann gibt es für Journalisten eine Tüte voll mit Zeitungen. Zeitung aus der Region und die legendäre L’Equipe. Weiter einen Kaffeestand und ein paar Snackshops. Da liegt dann Obst rum oder man kann sich einen Miniteller mit Speck und Würstchen holen. Die Portionen sind allerdings so klein, dass man mindestens 10 essen müsste, um das Gefühl zu haben, irgendwas im Magen zu haben.
Am liebsten stelle ich mich irgendwo hin und beobachte das Treiben. Als Zeremonie wird jeden Morgen dann die Medaille an den Bürgermeister übergeben. Tourchef Prudhomme und Bernard Hinault überreichen den Stadtvätern die „Etappenstart-Medaille“. Es werden einige Worte gesagt, und dann bekommen die Tourleute halt auch noch Geschenke vom Bürgermeister. Das sind meistens irgendwie Bücher der Region, oder ein guter Wein oder oder oder.
Sportlich ist es ja grad eher langweilig…Immer wieder Cavendish. Der hat hier gestern eine heftige Diskussion ausgelöst und sich keinen guten Namen gemacht. Er soll wohl die Bemerkung „fucking Frenchies“ gemacht haben…
Ich wollte heute eigentlich endlich mal wieder mit meinem Rad fahren. Hatte mich schon die ganze Zeit drauf gefreut. Und nun? Regen…Schön, dass es endlich mal nicht soooo heiß ist. In den Vogesen sieht es jedoch nicht so gut aus. Also werde ich mit dem Auto reinfahren nach Colmar und den Tag genießen!
Ihr auch?
Liebe Grüße
Bürte